Ahnenforschung mal anders: Ein Besuch bei der Strassenbenennungskommission

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21.12.2017

Ahnenforschung mal anders: Ein Besuch bei der Strassenbenennungskommission

Weihnachtszeit. Die Zeit, in der man in sich kehrt und sich vielleicht ein paar Gedanken über sich selbst macht. Und was kommt dabei heraus, wenn sich BERTA auf Ahnenforschung begibt? Genau, ein Besuch bei der Strassenbenennungskommission der Stadt Zürich. Was wir, abgesehen von der Bertastrasse, über Zürichs Gassen, Wege und Strassen erfahren haben, warum unsere Hausnummern blau sind und wie weihnachtlich das Ganze sein kann, lesen Sie hier.

Ahnenforschung mal anders: Ein Besuch bei der Strassenbenennungskommission

 

Dem aufmerksamen Stadt-, Gast-, oder Wahlzürcher wird es schon aufgefallen sein: In Zürich passen die Strassennamen häufig thematisch im Quartier zusammen. Da gibt es die Nobelpreisträger rund um die ETH, die Bündner in Höngg oder unter anderem die Schriftsteller in Oerlikon. Auch ein Blick aus dem Fenster der Bertastrasse 1 macht dies deutlich: Hier trifft sich Berta mit Marta, Ida oder Erika. Wie ist es dazu gekommen? Wer war diese Berta, die uns unseren Namen beschert hat? Die schlechte Nachricht vorweg: Man weiss es nicht. Anders als bei vielen anderen Strassennamen, ist der Ursprung hier nicht bekannt. Fakt ist nur, dass diese Strassen allesamt um das Jahr 1895 benannt wurden und damit zu den ältesten Strassen der Stadt gehören. «Strassennamen sind Zeitzeugen», erklärt Charlotte Koch Keller. «Es gibt immer wieder verschiedene Strömungen. Es war zu jener Zeit üblich, dass Strassen nach weiblichen oder männlichen Vornamen benannt wurden. Man war noch nicht so kreativ wie heute», so die Geschäftsführerin der Zürcher Strassenbenennungskommission weiter. Und die gute Nachricht? Charlotte Koch Keller kennt noch eine ganze Menge Geschichten, Anekdoten und Fakten rund um die Frage, wie Zürichs Strassen zu ihren Namen kamen. 

Wie alles begann und was die Franzosen damit zu tun haben

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die Hausnummern in Zürich mehrheitlich blau-weiss sind? Die Truppen, hauptsächlich Franzosen, die nach 1798 nach Zürich kamen, fanden mehrheitlich in privaten Häusern ein Quartier. Da sie diese aber häufig nicht mehr wiederfanden, veranlassten ihre Kommandanten, dass eine Hausnummerierung eingeführt werden solle. So erhielten die Hausnummern als Wiedererkennung ihre blaue Farbe. «Irgendwann konnte man wahrscheinlich keine höheren Nummern mehr einsetzen, worauf der Stadtrat um 1906 die Strassenbenennungskommission ins Leben rief», so Koch Keller.

Unbenannte Strasse. Und dann?

Rund 2500 benannte Strassen gibt es in Zürich. Wenn ein neues Quartier erbaut oder eine Strasse gefunden wird, die noch keinen Namen hat, kommt die Strassenbenennungskommission ins Spiel. Jede Person hat grundsätzlich das Recht, bei dem sechsköpfigen Gremium Vorschläge einzureichen. Aber was muss ein neuer Strassenname eigentlich für Anforderungen erfüllen? «Er muss in die Umgebung passen und besonders für Notsituationen zum Beispiel beim Einsatz von Rettungskräften unverwechselbar sein. Diesem Umstand wurde in der Vergangenheit nicht immer Rechnung getragen», so Koch Keller. Wenn eine Strasse nach einer Person benannt wird, gelten weitere Regeln. Erstens: Die Person muss verstorben sein. Zweitens: Sie muss einen Bezug zu Zürich haben. Zum Beispiel politisch oder kulturell. Hat man sich auf einen Namen geeinigt, wird dieser anschliessend dem Stadtrat vorgelegt, der letztlich für die Benennung zuständig ist. 

Um die Ecke gedacht

Nicht immer kommen die Vorschläge der zu benennenden Strassen, Wege oder Gassen aus der Bevölkerung. «Ich erinnere mich gut an den Steg vor der Roten Fabrik in Wollishofen», erzählt Koch Keller, «für den wir uns bei einem intensiven Brainstorming einen Namen überlegt haben. Wie immer beschäftigten wir uns dafür eingehend mit der Architektur, der Beschaffenheit und der Form des Stegs. Der Bezug zu umliegenden Strassennamen in Wollishofen und der Blick auf das Bergmassiv brachten uns nicht weiter. Aber dann kam uns die zündende Idee. Da der Steg nachts nicht beleuchtet werden sollte, fingen wir an, nach geeigneten Sternbildern zu suchen, die von diesem Steg aus das ganze Jahr zu sehen sind. Und da war er geboren: Der Cassiopeiasteg. 

Apropos Sterne: Strassennamen können nicht weihnachtlich sein? Au contraire! Wir wünschen Ihnen eine erholsame Weihnachtszeit und freuen uns auf ein weiteres, erfolgreiches Jahr mit Ihnen.

Herzliche Grüsse

BERTA

Joelle Broummana

Joelle Broummana studierte an der Universität Zürich Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Bei BERTA DIGITAL stellt sie unsere Kunden mit kreativen Ideen und guten Texten online und offline auf ein Podest.

Laura Burtscher

Laura Burtscher unterstützt BERTA mit ihren flinken Fingern auf der Tastatur und greift dem Team im Bereich Administration gewaltig unter die Arme.

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