Alexander Stubb: Was Sie vom finnischen Ministerpräsidenten lernen können

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24.10.2014

Alexander Stubb: Was Sie vom finnischen Ministerpräsidenten lernen können

Alexander Stubb ist intelligent, sympathisch und unterhaltsam. Der beliebte Blondschopf ist nicht nur Ministerpräsident Finnlands, sondern auch ein Twitteridol. Er zwitschert höchstpersönlich und mehrmals täglich. Der Finne schreibt frech, aber so engagiert und professionell wie kein anderer.

Alexander Stubb: Was Sie vom finnischen Ministerpräsidenten lernen können

Stubb ist mit seinen 46 Jahren ein junger Ministerpräsident. Auf seinem Twitterprofil äussert sich das in Kommentaren über Marathons und Triathlons, an denen er teilnimmt und, so scheint es dem Leser, regelmässig neue Bestzeiten läuft. Der Finne ist Sportskanone und Unterhaltungstalent in einem: Er veröffentlicht Ferienfotos von Elchen und Lagerfeuern, vom Frühstück mit Parteikollegen oder er zeigt sich selbst, wie er vor langen EU-Verhandlungen im Stehen schläft. Er verkündet Ergebnisse gerne direkt aus dem Sitzungszimmer und ist damit schneller als sämtliche Nachrichtenagenturen. Es gibt Fotos von Stubb am Openair, von seinen in die Sonne gestreckten Füssen und natürlich jede Menge Selfies, beispielsweise mit Stewardessen von Finnair.

Ganz schön sympathisch

Sie finden das zu einfach und plakativ? Täuschen Sie sich nicht, denn der Premier hat ein sensibles Gespür für seine Twitter-Fans. Die Mehrheit seiner Kommentare bezieht sich auf politische Themen, die unterhaltsamen Selfies und Sportlerfotos tauchen nur hin und wieder auf. Trotzdem garantieren gerade diese Einträge die meisten Klicks. Dazu twittert Stubb auch noch viersprachig: Neben Finnisch und Schwedisch schreibt er regelmässig auf Englisch und Französisch. Sein Profil verkörpert den kompetenten Politiker und herzlichen Menschen in einem. Damit betreibt Stubb Selbstvermarktung in Perfektion. Stubb ist seinen Fans nahe. Er fragt und antwortet, gibt persönliche Statements und übergeht damit erst noch die traditionellen Medien.

Sorry für den Stau!

Natürlich ist dieser Finne eine Ausnahmeerscheinung, die so manches Gezwitscher auf die Spitze treibt. Es ist ein Rätsel, wie er zwischen Ministertreffen, Sportwettkämpfen und dem Regieren eines Landes sein digitales Universum über mehrere Kanäle auf dem Laufenden hält. Ein paar Tricks können Sie sich trotzdem abschauen. Obwohl es so scheint, gibt Stubb beispielsweise nichts wirklich Privates preis. Die Infos beschränken sich auf politische Kommentare, unterhaltsame Schnappschüsse oder den Sport – seine Familie erwähnt er mit keinem Wort. So verkörpert der Politiker den volksnahen Typen, ohne dabei Grenzen zu überschreiten oder gar lächerlich zu wirken. Er schreibt mehrsprachig, was beeindruckt und den Leserkreis vergrössert. Aber das können Sie als Schweizer PolitikerInnen ja auch. Der Ministerpräsident schafft es sogar, sein Twitterprofil selbst für Wahlmuffel unterhaltsam zu machen. Er macht eben alles ein bisschen anders und nimmt es mit Humor. Wenn Stubb sich auf Twitter für den Stau hinter seiner Eskorte in London entschuldigt, mag man das witzig finden. Oder arrogant. Auf jeden Fall erregt es Aufmerksamkeit. Mögen Sie den finnischen Stil? Dann folgen Sie Stubb (@alexstubb) auf Twitter. Abonnieren Sie bei der Gelegenheit auch BERTA DIGITAL (@bertadigital), damit wir Sie weiterhin mit Tipps über die politische Online-Kommunikation versorgen können.

Alice Grosjean

Alice Grosjean ist multimediale Allrounderin. Für BERTA DIGITAL kreiert sie clevere Online-Stories – mit Kugelschreiber, Tastatur oder Kamera.

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